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Der
Virus Y2KCount (Trojaner) tauchte erstmals am 15. September
1999 auf. Er verbirgt sich hinter der Datei Y2KCount.EXE,
die als E-Mail-Attachment (angehängte Datei) einer angeblichen
Nachricht vom Microsoft-Support verschickt wird. Die Nachricht
sieht folgendermaßen aus:
"From:
support@microsoft.com
Sender: support@microsoft.com
Subject: Microsoft Announcement
Date: Wed, 15 Sep 1999 00:49:57 +0200
To All Microsoft Users,
We are excited to announce Microsoft Year
2000 Counter.
Start the countdown NOW.
Let us all get in the 21 Century.
Let us lead the way to the future and we
will get YOU there FASTER and SAFER.
Thank you,
Microsoft Corporation"
Die E-MAIL ist eindeutig gefälscht, aber einige E-MAIL-Empfänger
sind auf diesen Trick hereingefallen und haben den E-MAIL-Anhang
geöffnet und wurden so infiziert. Die Datei Y2KCount.EXE ist
ein selbstentpackendes ZIP-Archiv, das das Installations-Paket
des neuen Internet-Trojans enthält. Das Archiv besteht aus
5 Dateien (PROJECT1.EXE und 4 DAT Dateien), wobei die Datei
PROJECT1.EXE als Installations-Datei für den Trojaner dient.
Wenn man Y2KCount.EXE startet, erscheint eine frisierte Fehler-Meldung:
[
Dieses
ist eine Täuschung. Gleichzeitig installiert sich der Trojaner
selbst auf dem System.
Er kopiert 4 Dateien in das Verzeichnis \Windows\System\:
PROCLIB.EXE, PROCLIB.DLL, PROCLIB16.DLL, NTSVSRV.DLL. Dann
wird die Windows-Systemdatei SYSTEM.INI so modifiziert, dass
der Trojaner beim nächsten Windows-Start automatisch aktiviert
wird. Der Trojaner hängt in dieser Datei nach der Liste der
zu startenden Treiber ('drivers=' Eintrag) die Zeichenkette
'ntsvsrv.dll' an. Während des nächsten Windows-Starts erhält
NTSVSRV.DLL die Kontrolle und nennt WSOCK32.DLL in NLHVLD.DLL
um und kopiert PROCLIB16.DLL nach WSOCK32.DLL. Damit hat der
Trojaner die Möglichkeit, Internet-Aktivitäten auf dem verseuchten
System zu kontrollieren.
Einmal aktiv, überprüft der Trojaner den Internet-Verkehr
auf Stichworte wie 'login', 'password' und 'username'. Das
geschieht, um Netzwerk- und Einwahl-Passwörter auszuspionieren.
Diese Vorgehensweise ist typisch für Trojaner, die Passwörter
ausspähen. Dieser Trojaner könnte aber auch als 'backdoor'
(Hintertür, um an das System zu gelangen) fungieren. Der Trojaner
arbeitet nur auf Windows 95 und 98 Systemen.
Die Analyse des Trojaners Y2KCount ist im vollen Gange. Sobald
sie abgeschlossen ist, wird die Beschreibung mit weitern Details
ergänzt und die Anti-Viren-Datenbank wird aktualisiert.
Falls
Ihr System schon verseucht ist, können Sie versuchen den Trojaner
manuell zu beseitigen. Gehen Sie dazu von DOS aus folgendermaßen
vor:
Löschen Sie aus dem Vezeichnis \Windows\System die Dateien
PROCLIB.EXE PROCLIB.DLL PROCLIB16.DLL NTSVSRV.DLL.
Entfernen Sie aus der Datei SYSTEM.INI den Eintrag 'ntsvsrv.dll'
(das Start-Kommando des Trojaners). Sie können dazu den DOS-Editor
EDIT benutzen. Dieser Eintrag müsste der Letzte sein in der
Liste der 'drivers='-Einträge, falls nach der Infizierung
keine weiteren Treiber installiert wurden.
Zum Schluß muß noch die Datei NLHVLD.DLL in WSOCK32.DLL umbenannt
werden. Dieses stellt die Windows Sockets Bibliothek wieder
her, die vom Trojaner umbenannt wurde.
Danach sollte das System neu gestartet werden, damit die Änderungen
greifen.
[Analyse:
Alexey Podrezov, Data Fellows; Übersetzung F-PROT in Deutschland]
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