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NAME: Sapphire
ALIAS: Slammer
New SQL Worm
Worm.SQL.Helkern
Varianten: -
Größe: 376 Byte
Datum:

25. Januar 2003

Der Sapphire - Wurm wurde im Internet erstmals am 25. Januar 2003 gegen 05:30 GMT entdeckt. Danach kamen Meldungen über ihn aus verschiedenen Ländern weltweit. Der Wurm verursacht riesige Mengen von Netzwerk-Paketen, die Server und Router überlasten und den Netzwerk-Verkehr verlangsamen oder gar lahmlegen. Nicht weniger als 5 von 13 Basis-Internet-Nameserver waren dadurch am Samstag, den 25.1.2003 funktionsunfähig geworden. In Südkorea hatten Millionen von Kunden der Provider Korea Telecom Freetel und SK Telecom stundenlang keinen Zugang zum Internet. Am Sonntag, 26.1.2003 lief der Datenverkehr wieder langsam an.

Dieser Wurm infiziert keine Endbenutzer-Rechner, sondern nur Windows 2000 Server, auf denen Microsoft SQL-Server laufen. Endbenutzer dürften diesen Wurm nur dadurch bemerken, dass der Netzwerkverkehr lahmt. Dieser Wurm ist kein Massenmail-Wurm. Er versendet keine E-Mails.

Der Wurm verbreitet sich nur als Prozess im Speicher. Er schreibt keine Kopie von sich selbst auf Festplatten. Daher ähnelte er in dieser Beziehung Code Red, der vom Juli 2001 stammt.

Der Wurm benutzt den UDP-Port 1434 um einen Buffer-Overflow auf dem MS SQL-Server zu verursachen. Schließen Sie diesen Port auf der Firewall, außer Sie benötigen einen SQL-Server, der für jedermann zugänglich und sichtbar sein soll.

Da der Wurm keine Datei infiziert, kann ein infizierter Server einfach durch einen Neustart den Wurm beseitigen. Allerdings wird er sofort wieder infiziert, falls er mit dem Netzwerk verbunden ist und Service Pack 2 und 3 Patches für MS SQL Server nicht aufgespielt wurden.

Patch-Informationen finden Sie unter:

 http://www.microsoft.com/security/slammer.asp
 http://www.microsoft.com/technet/treeview/default.asp?url=/technet/security/bulletin/MS02-061.asp
 http://www.microsoft.com/technet/treeview/default.asp?url=/technet/security/bulletin/MS02-039.asp

Der Effekt einer Netzwerküberlastung durch den Wurm kann deutlich dieser Grafik von Matrix NetSystems entnommen werden:

Den Anfangs-Report zu diesem Wurm kann man unter folgendem Link einsehen:

http://online.securityfocus.com/archive/1/308306/2003-01-22/2003-01-28/0
oder hier als Capture (Klicken Sie auf das Bild zur Vergrößerung:)

Die problematischen Plattformen

Nur Rechner auf denen Microsofts SQL Server 2000 läuft werden durch diesen Wurm infiziert. Allerdings ist der SQL-Server eingebettet in Microsofts Data Engine 2000 - MSDE 2000.
Zusätzlich gibt es zahlreiche weitere Anwendungen, die im Hintergrund Microsofts SQL Server oder MSDE 2000 installieren könnten. Beispiele für diese Software sind:

 Microsoft Biztalk Server
 Microsoft Visual Studio.NET
 Microsoft .NET Framework SDK
 Microsoft Visio 2000
 Microsoft Office XP Developer Edition
 Microsoft Visual FoxPro
 Microsoft Project
 Compaq Insight Manager
 Dell OpenManage
 HP Openview Internet Services Monitor
 Websense
 Veritas Backup Exec
 WebBoard
 Crystal Reports Enterprise
 McAfee Centralized Virus Admin
 McAfee Epolicy Orchestrator
                  

Technische Details

Die Größe des Wurm-Programm-Codes beträgt nur 376 Bytes, was auf eine Programmierung und Optimierung von Hand in Assembler hindeutet.

Der Wurm schreibt sich nicht selbständig auf Festplatte/Diskette. Er existiert lediglich als Netzwerk Paket und in laufenden Prozessen auf infizierten Rechnern. Daher ähnelt Sapphire in dieser Beziehung Code Red.

Sapphire nutzt eine Buffer-Overflow Schwachstelle auf Microsoft SQL-Server 2000 (MS02-039) aus. Wenn der SQL-Server diese tückische Anfrage erhält, erlaubt der Buffer-Überlauf des Servers die Ausführung des Wurm-Codes.

Nachdem der Wurm in das verwundbare System eingedrungen ist, verschafft er sich verschiedene Adressen von System-Funktionen und startet eine Endlosschleife, um nach weiteren verwundbaren "Opfern" im Internet zu suchen.

Sapphire benutzt die GetTickCount() Funktion der Win32 API, um den eigenen Zufallsgenerator zu initialisieren. Er benutzt zufällige IP-Adressen, um weitere Rechner aufzuspüren. Der Wurm nutzt eine Socketverbindung, um sich selbst an die verwundbaren Computer zu versenden. Die Verbindung wird über den UDP-Port 1434 auf der entfernten Maschine abgewickelt. Falls auf dem Computer Microsofts SQL-Server 2000 läuft, so wird dieser Port verwendet.

Manchmal erzeugt der Zufallsgenerator Zahlen, die Broadcast-Adressen sind (z.B.: x.y.z.0 oder x.y.z.255) und damit alle Hosts des Subnetztes ansprechen. Dieses erzeugt noch aggressivere Angriffe auf das Netz.

Da der Code des Wurms keinerlei Verzögerungen oder Pausen in der Endlosschleife eingebaut hat, erzeugt er als Seiteneffekt enormen Netzwerkverkehr.

Sapphire hat keinerlei weitere Schadfunktionen oder Zeichenketten im sonstigen Programm-Code.

Anleitung zur Beseitigung:

Da der Wurm keine Festplatte nutzt, um sich zu verbreiten, verschwindet er, sobald der Server neu gestartet wurde. Andererseits taucht er wieder auf, wenn das Sicherheitsloch nicht gestoppft wurde.

Microsoft hat genaue Informationen zu dieser Sicherheitslücke und wie sie beseitigt werden kann unter:

http://www.microsoft.com/technet/security/bulletin/MS02-039.asp

[Analyse: Mikko Hypponen, Gergely Erdelyi; F-Secure Corporation; 25. Januar 2003; dt. Übersetzung F-PROT in Deutschland und @ntivirus-shop.com]

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