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Erstmalig
wurden Beispiele von Lovsan um 19:22 GMT am 11. August 2003
entdeckt.
Die 6176 Byte große Datei "msblast.exe" ist entpackt
11KB groß, welche die Sicherheitslücke MS03-026
DCOM/RPC auf Windows XP-Systemen ausnutzt.
Die von Lovsan genutzte Sicherheitslücke, ein "Buffer
Overrun in RPC Interface", auch bekannt als DCOM/RPC und MS03-026,
wurde erstmals am 16. Juli 2003 von Microsoft veröffentlicht
und man findet weitere Informationen unter http://www.microsoft.com/technet/security/bulletin/MS03-026.asp
Der Wurm versucht Windows XP Rechner mit einer Windows 2000
Sicherheitslücke angreifbar zu machen. In vielen Fällen
veranlasst der Wurm Windows XP-Rechner zu einem periodischen
Neustart mit folgender Fehlermeldung:
This
system is being shut down in 60 seconds by NT Authority/System
due to an interrupted Remote Procedure Call (RPC)

Dieser Dialog stammt von Windows selbst und erscheint in
der jeweilig eingestellten Sprache.
Anmerkung: Evtl. sehen Sie eine ähnliche Fehler-Meldung
unter Windows 2003. Außerdem kann dieses vorkommen,
auch wenn Sie die Sicherheits-Patches von Microsoft eingespielt
haben. Allerdings werden diese Rechner nicht infiziert, sondern
starten (rebooten) nur das System neu.
SIE KÖNNEN DEN SHUTDOWN TIMER UNTERBRECHEN. Falls Ihr
Rechner so oft rebootet, dass Sie nicht einmal die Patches
herunterladen können, dann benutzen Sie das Kommando
'shutdown', um das Rebooten zu unterbinden. Wenn Sie den Shutdown-Dialog
sehen, klicken Sie auf Start/Run und tippen 'shutdown -a'
und Enter.
Ausbreitung
Der Wurm benutzt einen Algorithmus, der sequentiell scannt
und von einem zufälligen Punkt aus startet. Der Algorithmus
sucht bevorzugt in Netzwerken des infizierten Systems.
Eine IP-Adresse hat die Struktur A.B.C.D.
Zunächst
übernimmt der Wurm die IP-Adress des infizierten Host
und setzt sie in oben angegebene Variable ein.
Ausgehend von einer Zufallszahl zwischen 1 und 20, nimmt
er entweder die IP-Adresse als Basis der Suche nach weiteren
Clients oder er generiert eine vollkommen neue Zufalls-IP.
Falls die Zufallszahl größer oder gleich 12 ist,
nutzt der Wurm die IP-Adresse. Dann, falls C größer
als 20 ist, subtrahiert der Wurm davon 20 . D wird dann immer
auf 0 gesetzt.
Falls der Wurm eine vollkommen neue Zufalls-IP generiert,
so setzen sich A, B und C aus folgenden Zahlen zusammen:
A von 1 bis 254
B von 0 bis 253
C von 0 bis 253
D ist immer 0
Von diesen Adressen ausgehen sucht der infizierte Rechner
nach angreifbaren Systemen. Der Algorithmus sucht 20 Hosts
gleichzeitig, die Ziele sind aufeinanderfolgende IP-Adressen
ausgehend von der IP-Basis. Der Wurm versucht den Port 135
auf allen 20 Clients zu erreichen und prüft, ob die Verbindung
erfolgreich ist. In diesem Fall nutzt Lovsan einen der vielen
DCOM Sicherheitslücken, um das System zu manipulieren.
Es gibt 2 festprogrammierte Werte in den Sicherheitslücken,
die zufällig ausgewählt werden. Diese Werte ermöglichen
es, entweder auf Windows 2000 oder Windows XP Systemen wirksam
zu werden. Wenn der Eingriff in das System auf einem entfernten
Rechner ausgeführt wird, so wird eine Shell geöffnet,
die den Wurm selbst auf das System mittels TFTP (Trivial File
Transfer Protocol) kopiert. Der FTPS-Client wird bei Windows
2000/XP-Systemen mit installiert und der Wurm hat einen eingebauten
TFTP-Server. Nachdem der Wurm auf dem Remote-Rechner kopiert
wurde, startet ihn die Shell.
Infizierung des Systems
Wenn Lovsan in ein verwundbares System eingedrungen ist,
fügt er die Datei 'msblast.exe' in die Rgistry als Start-Programm
ein:
'HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run\windows
auto update'
Dadurch wird der Wurm bei jedem Start von Windows automatisch
mitgestartet.
Schadfunktion
Ab dem 16. August versenden Rechner, die mit Lovsan verseucht
sind, eine sehr große Anzahl von Packeten nach windowsupdate.com.
40 Byte große Packete werden in 20-Millisekunden-Intervallen
auf Port 80 'gefeuert'. Dieses könnte einen Distributed
Denial-of-Service Angriff auf diese Website hervorrufen.
Laut Auskunft von Microsoft sollen jedoch bereits am 12.8.2003
gegen Mittag Vorkehrungen getroffen worden sein, die dieses
verhindern.
Der Wurm enthält folgenden Text, der nicht angezeigt
wird:
I
just want to say LOVE YOU SAN!!
billy gates why do you make this possible ? Stop making money
and fix your software!!

F-PROT erkennt diesen Wurm mit Updates vom 11.8.2003
Sie finden ein Tool zur Beseitigung unter:
ftp://ftp.f-prot-antivirus.de/pub/tools/f-lovsan.exe
Sie können den Wurm auch manuell mit den folgenden Schritten
beseitigen:
1. Schalten Sie die Windows XP System Wiederherstellung aus.
2. Beenden Sie den msblast.exe Prozess über den TaskManager
3. Löschen Sie msblast.exe vom Windows System Verzeichnis
4. Entfernen Sie den folgenden Registry-Eintrag
'HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run\windows
auto update'
5. Spielen Sie den Microsoft-Patch ein.
Sie können auch Windows XP's interne Firewall einschalten,
um den Zugriff auf Port 135 zu verhindern:
http://www.microsoft.com/windowsxp/home/using/productdoc/en/hnw_enable_firewall.asp
[Analyse:
Gergely Erdelyi; F-Secure Anti-Virus
Research Team; 11-12th of August, 2003
Deutsche Übersetzung:
F-PROT in Deutschland]
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